Freitag, 8. Januar 2010

Das traurige Ende einer guten Nachbarschaft...

Vor zwei Tagen stand bei uns plötzlich die Feuerwehr, samt Polizei und Krankenwagen vor der Tür. Es blieb nur ein Gedanke: FRAU JACOB!??!?!?!?!

Seit Wochen sah man sie fast nie, wo sie doch zuvor IMMER präsent war (manchmal mehr als einem lieb oder geheuer war...). Ab und an sah man ein Licht in ihrem Flur oder hörte sie hinter ihrer Tür poltern... Doch seit Weihnachten tat sie keinen Schritt mehr vor die Tür, nichtmal um Holz aus dem Keller zu holen (sie beharrte immer auf ihren guten alten Kachelofen). Das wurde schnell klar, als das an ihre Tür gelehnte Weihnachtsgeschenk immer aufrecht am selben Fleck stand... Silvester wurde es Marco dann zu seltsam und er klingelte Sturm und hämmerte an die Tür. Dann hörte er ein Stimmchen schimpfen "Eine alte Frau ist doch kein D-Zug..." und irgendwann erschien Frau Jacob halb bekleidet und ohne Zähne an der Tür. Sie "mache den Haushalt" (Marco hatte schon vor einiger Zeit das Ordungsamt eingeschaltet, weil es aus ihrer Wohnung stank und wir ja alle wussten, wie es dort auch aussah.......). Frau Jacob brauchte einfach Hilfe, Verwandte hat sie nicht mehr, außer einen altersschwachen Cousin. Aber unsere Hilfe und die vom Amt lehnte sie ab... Nun saß Marco in unserem Wohnzimmer und wusste nicht mehr weiter. Frau Jacob "ginge es doch gut", sie "brauche nix" ("Außer vielleicht einen kleinen Likör???"), schon gar keinen Arzt. Wir beratschlagten, wie wir ihr helfen können, boten ihr Suppe an, alles wurde abgelehnt... Vorgestern rief Marco dann doch die Behörde wieder an, weil sie gar nicht mehr aufmachte. Dann kam es zum Großeinsatz mit fatalem, traurigem Ergebnis: Frau Jacob ist nicht mehr zu helfen! :-( 

Wir können nur hoffen, dass sie sich in ihren letzten Stunden an den Jesus erinnert hat, den sie in ihrer Jugend so gern hatte... Vielleicht kam ihr eins der Lieder in den Sinn, die sie ab und an mit Stephan anstimmte... 

"Groß ist unser Gott,
Herr der Ewigkeit.
Er allein regiert
über Raum und Zeit.
Souverän herrscht er,
Schöpfer dieser Welt,
der in seiner Hand
unser Schicksal hält."

2 Kommentare:

  1. Als bei uns im Haus eine langjährige Mieterin starb, hat sich die Hausgemeinschaft zusammengetan und ihr die letzte Ehre am Grab erwiesen, weil sie auch keine Familie mehr hatte....

    Ich finde, Beerdigungen haben was "erdendes" an sich: Man wird daran erinnert, daß das Leben zeitlich begrenzt ist, woher wir kommen und wo wir die Ewigkeit verbringen werden. Insofern zeigt dieses Ereignis die Wichtigkeit Eures Dienstes im fernen Görlitz. Gott mit Euch!

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  2. Pardon, habe vergessen: Bernd aus der CC LE. :-))

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